Pico Viejo

Bereits im Jahr 2004 haben wir versucht den 3134 m hohen Pico Viejo zu besteigen.  Dabei haben wir uns weitgehend an die Routenbeschreibung des Rother Wanderführers gehalten. Im Allgemeinen sind diese Beschreibungen recht präzise und nachvollziehbar. Aber an diesem Berg endete unsere Wanderung nach vielen Stunden im Vulkangeröll der Lavaausläufer auf einer Höhe von ca. 2750m
 (blaue Linie in nebenstehender Karte).

In diesem Jahr wollten ich eine bessere Route wählen und suchte deshalb im Internet nach Wegbeschreibungen, leider jedoch vergeblich.
Deshalb hier mein Wandervorschlag zur Besteigung des zweithöchsten Gipfels der Kanaren:

Eine sehr schöne anspruchsvolle Wanderung ist der offizielle Weg Nr. 9 der Parkverwaltung. Er beginnt auf dem Parkplatz Mirador de Chio, den man nach etwa 4 km auf einer fast schnurgeraden, erhöhten Strasse von Boca Tauce aus in Richtung Guia de Isora erreicht.

 

Vom Parkplatz aus führt der Weg zunächst fast parallel zu Strasse in nordwestliche Richtung eben oder leicht bergab. Der Weg besteht hier aus faustgrossem, schwarzen Lavageröll und ist mit grösseren Lavabrocken beidseitig eingefasst.
Nach etwa 30 Minuten erreicht man ein Pinienwäldchen

Inmitten des Wäldchens geht der Pfad dann bergan. Die Kreuzung ist durch Steine auf dem Weg und 2 Steinmännchen für den Aufstiegsweg gut gekennzeichnet.

Im untern Bereich führt der immer deutlich sichtbare Weg durch braunes und schwarzes Lavageröll in unterschiedlichen Korngrößen. Die Steigung ist moderat und nimmt erst allmählich zu.

 

Vorbei an den ersten Kratern, den Nüstern des Teide. Über sie hat sich der Vulkan in seiner aktiven Zeit Luft gemacht und Magma und heisse Dämpfe ausgestossen.
Weiter über schwarze Lavafelder mit jetzt zunehmenden Brocken gelben und roten Gesteins geht der Weg noch nicht allzu steil nach oben.

Der Weg erreicht ein Felsgelände von gut doppelt mannshohen Felsbrocken.
Hier wir Pfad sehr unkenntlich. Man hält sich am besten immer in gleiche Wegrichtung wie davor (Richtung Südost) schräg bergauf.

Wurde diese Steinbarriere überquert komm der interessante, sprich anstrengende Teil. Inzwischen ist eine Höhe von ca. 2800m erreicht. Die Luft wird dünner und der Pfad geht über superleichten Lavagrus immer steiler zu dem jetzt zu sehenden Kraterrand.
Im feinen leichten Tuffstein Geröll  macht man 3 Schritte vor und rutscht mindestens einen Schritt wieder zurück.
Jetzt kann man sich entscheiden ob man direkt zu Kraterrand ansteigt oder den Weg weiter östlich geht, der und auf die dem Teide zugewandte Kraterseite führt.

Wir entschieden uns für den direkten Weg zur westlichen Gipfel. Ca. 70 Höhenmeter unter der Kraterkante wird der Pfad wieder besser und geht in steiniges Gelände über. Die Steinbrocken werden bis zum Rand immer grösser und wackliger.
In leichter Kraxelei wird der Kraterrand erreich.

Der Blick über den schroffen Rand in den 200m tiefen Krater ist sehenswert. Der letzte Ausbruch dieses Kraters war am 9. Juni 1798 und soll 92 Tage gedauert haben.
Genauso interessant ist der hinter den oberen Gesteinsreihen auftauchende Hauptgipfel des Teide.
Bei unserer Wanderung am 29.12 2004  war er so stark verschneit und vereist, dass Besteigungen in dieser Zeit nicht möglich bzw. erlaubt waren.

Der Abstieg ist recht einfach, der Weg immer gut einsehbar und bergab geht’s ja bekanntlich immer leichter.

Beim abendlichen Rückblick vom Parkplatz zu Pico Viejo sieht der Berg eigentlich recht harmlos aus, aber eine gewisse Anstrengung hat er schon gekostet. 

Im Tal die Wolken und am Berg das blaueste Blau des Himmels

Unten:  Blick vom Kraterrand zu Guajara
  und der  dahinter liegenden Insel Gran Canaria

Oben die Aufzeichnung des Wanderweg mit dem
Garmin-Forerunner.
Die Gesamtstrecke (auf und ab)
 beträgt etwa 12 km.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit bei dieser Wanderung betrug 3,9 km/h

Nebenstehend das Höhenprofil der Wanderung.  Der Start liegt bei 2100m, der höchste Punkt der Wanderung auf 3070m, da sie nur zum Kraterrand führte und nicht auf den dahinterliegenden flachen Gipfel de Pico Viejo (3135m).

 

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